Diese Nacht hatte ich sehr geschlafen . Der Wind war zwar die ganze Nacht in den Bäumen zu hören, aber blies nicht mehr so stark auf dem Campground. Der Support Droid war schon um 6 Uhr an der Arbeit, er hatte uns ein Frühstück versprochen. Es war dann auch wirklich super. Es gab frischen Kaffee, Apfelsaft, gebratene Kartoffeln und Rührei. Danke für alles!

Aber während dem Frühstück hatte ich richtig kalt bekommen, ich schlotterte richtig. Dabei sollte das doch einer der heissesten und trockensten Teile des Trails sein! Mit Schnee und frieren? Ich war dann froh loszulaufen und wieder ein bisschen warm zu kriegen.

Das Wetter war schön, aber sobald man in die Nähe einer Krete kam war der Wind wieder stürmisch und eis kalt. Ich musste sogar meine Handschuhe wieder anziehen.


Ich bin dann 2 1/2 Std gelaufen, bis der Trail eine Nebenstrasse kreuzte. Hier entschied ich irgendwie in die nächste Stadt zu kommen. Mein Fuss war über Nacht aufgeschwollen und ich musste am Morgen schon was einwerfen um überhaupt laufen zu können. Ich musste dann über eine Stunde warten an der Strasse, bis überhaupt ein Auto vorbei kam. Anrufen ging auch nicht, da kein Empfang.
Ich konnte dann 3 ältere Herren bequatschen/beknien damit sie mich mit nahmen. Sie kamen aus der Region Los Angeles und machten einen Ausflug hierhoch um Vögel zu beobachten. Unter der Bedingung, dass sie das auch auf der Weiterfahrt tun würden, durfte ich mitfahren. War dann ein bisschen wie Kabarett. Der Fahrer konzentrierte sich mehr oder weniger aufs fahren und die beiden anderen hielten nach Geflügel Ausschau. Hatte dann einer was entdeckt, wurde ein Stopp gerissen, die Fenster herunter gekurbelt und aus dem Auto heraus mit dem Feldstecher beobachtet. Während der 1 1/2 stündigen Fahrt mit diversen Zwischenstopps stiegen die drei kein einziges Mal aus dem Auto aus.
Aber sie waren sehr nett und haben mich dann bis vors Motel gebtacht. Danke für den Hitch!
Ich werde die nächsten Tage mal meinen Fuss schonen und versuchen, die Schwellung weg zu kriegen. Ich hoffe dann, dass ich mal wieder ein par Wochen ohne Probleme hiken kann! Seit Hiker Heaven war ständig irgendwie der Wurm drin. Aber es bleibt mir nix anderes übrig, als meinem Körper sorge zu tragen.












Und der Hauptgang hat weniger gekostet wie die zwei kleinen Bier dazu. Und dann hab ich natürlich noch neue Schuhe gekauft. Hatten leider keine Altras im Laden, aber ich hab mir dann einen ASICS gekauft. Wird schon passen, die Joggingschuhe hab ich jeweils auch von ASICS. Nur hab ich jetzt Grösse 44 statt wie vorher 42. Das kommt daher, dass die Füsse grösser werden vom vielen latschen.
Man beachte den unteren alten Schuh, die Sohle an den Fersen war mal gleich dick wie vorne. Das ist der Grund, warum mir die Füsse so weh getan haben.Ausser dem musste ich mich noch von meinem schönen Sonnenhut verabschieden. Der Regen auf der letzten Etappe hat ihm nicht so bekommen. Hed usgseh, as hätt ne e Chueh i de Schnorrä gha. Jez gibt’s halt ein hundskomunes Käppi.




























































Es ging weiter dem Hügelzug entlang dem ich gestern schon gefolgt war. Der Trail stieg zügig bergan und nach dem Mittag wieder bergab.

Am Mittag traf ich noch Katy eine ca 65 jährige Engländerin. Wir kamen ins Gespräch und sie wollte wissen woher ich aus der Schweiz käme, woher aus Graubünden, woher aus dem Engadin? Es stellte sich dann heraus, dass sie auch noch perfekt Schwyzertütsch spricht, da sie in jungen Jahren mal in Einsiedeln im Service gearbeitet hat. Sie hat es seither niemehr verlernt, weil sie bis heute enge Freundschaften pflegt in die Schweiz.Heute gabs einen kürzeren Tag, da ich nicht bis ins Tal runter lief. Da verläuft nämlich eine Bahnlinie über die in der Nacht Güterzüge fahren. Soll sehr laut sein. Da ist mir mein Campspot neben dem Bach dann doch lieber.

So blieb es dann den ganzen Tag, Sonne, Wolken und Nebel wechselten sich ab und für eine Viertelstunde hat’s auch geregnet. Aber insgesamt ein guter Tag um Meilen zu laufen. So hab ich früh am Morgen die 400 Meilen Marke überschritten. Vor einer Strassenkreuzung hab ich dann noch dieses Schild gesehen.
Nein völlig falsch, ihr Trailangels seit amazing! Es gab noch eine schöne Abendstimmug und ich fand auch noch einen Ebenen Zelt Platz.

Ich war froh um meine Microspiks, d über Nacht der Schnee gefroren war.
Nach 40 Minuten war ich schon oben am Gipfel und die Aussicht war grandios.
Leider hatte es im Unterland wieder mal Nebel. So konnte man leider Los Angeles und die Pacific Küste nicht sehen.
Der Wind war hier oben doch recht stark, so ging es nach kurzer Pause dem Westgrat entlang weiter.
Das Gelände wechselte zwischen kleinen Wäldern und offenem Gelände.
Ein bisschen tiefer bei einer Wasserstelle fand ich dann diesen Kollegen noch.
Der Wald wurde dann etwas dichter. Und plötzlich kam ich an diesem Schild vorbei.
Ich war also im Bärenland angekommen! Das heisst Essen im Auto lassen oder in bärensicheren Kisten abschliessen (gibs auf den offiziellen Campingplätzen) oder das Essen an einem Ast aufhängen. Weiter gings durch schöne Wälder und ich fand auch noch einen guten Campspot neben einem kleinen Bach.

Ein langer intensiver aber auch sehr schöner Tag.



























Am Talende erwartete mich eine Überraschung, eine riesen Talsperre scheinbar ohne Funktion.
Ein Einheimischer erzählte mir dann, der Damm sei in den 70er Jahren von der US Army erstellt worden, als Schutz vor einem 200 Jahreshochwasser. Reine Geldverschwendung der Army, meinte er dann noch.Dann stand mein erstes Rivercrossing an auf dem PCT.
Auf dem Foto ersichtlich geht der Trail auf der anderen Seite des Flussesy2y2wE weiter! Also Rivercrossing geht so, dass man mit Schuhen und Socken und allem durchs Wasser läuft und dann auf dem Trail weiter läuft, wie wenn nix gewesen wäre. Die Schuhe trocknen dann schon wieder. Das hier ist jetzt noch nichts dramatisches, aber in den Bergen sind dann reissende Bäche zu queren. Da wird dann das richtige Verhalten wirklich wichtig.Ein Stück weiter wartete der nächste Damm und was für ein Hässlicher.
Musste das Teil auch noch weiträumig umlaufen, weil eingezäunt, Danger und verboten. Auf der anderen Seite sah der Damm dann so aus:
Der Silver Lake ist wirklich wunderschön. Anscheinend auch voll von Fischen, es hatte jedenfalls jede Menge Fischer, und das an einem Mittwoch.Das Wasser war nicht mal so kalt und ich ging noch ein par Züge schwimmen.
Ich bin danach noch ein par Meilen gelaufen und am Ende des Sees ein Tal hoch, über einen kleinen Pass und auf der anderen Seite wieder ins nächste Tal hinunter.
Ich wollte eigentlich gar nicht so weit, aber es gab nach dem See praktisch keine Möglichkeit mehr um zu campen.